EU-„Renovierungswelle“ soll Gebäudeenergieeffizienz erhöhen

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Mit einer Gebäuderenovierungsstrategie will die EU-Kommission die Energieeffizienz von Gebäuden in der EU erhöhen und angesichts der Covid 19-Krise gleichzeitig Jobs schaffen.

Wie dem 27-seitigen Strategiepapier zu entnehmen ist, sollen bis 2030 insgesamt 35 Millionen Gebäude renoviert werden und bis zu 160.000 zusätzliche grüne Arbeitsplätze im Baugewerbe entstehen. Auf Gebäude entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs in der EU und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen. Aber jedes Jahr werde lediglich 1 Prozent des Gebäudebestands durch Renovierungen energieeffizienter. „Wir müssen das bis 2030 verdoppeln“, verdeutliche EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans auf der Vorstellung der Strategie. Frankreich sei bei der Renovierungsrate vorbildhaft. Eine Priorität in der Strategie hat die Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteerzeugung. Das soll durch weitestgehende Elektrifizierung geschehen.

EU-Energiekommissarin Kadri Simson kündigte finanzielle Unterstützung der EU durch „grüne“ Hypotheken an. Das Geld dafür soll aus dem Covid-19-Wiederaufbauprogramm „NextGenerationEU“ kommen.

Im Zuge der für Juni 2021 vorgesehenen Überprüfung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie erwägt die EU-Kommission, den Vorgaben für die Wärme- und Kälteerzeugung aus erneuerbaren Quellen einen höheren Stellenwert zu geben und ein Mindestniveau an Energie aus erneuerbaren Quellen in Gebäuden einzuführen. Eine Revision der erst im Mai 2018 geänderten Gebäudeeffizienzrichtlinie, die bis März 2020 in nationales Recht umzusetzen war, hat die EU-Behörde jedoch nicht auf ihrem Arbeitsplan.

Wesentlich neu in der 2018 überarbeiteten Gebäude-Effizienz-Richtlinie war die Förderung der Elektromobilität: In Nicht-Wohn-Gebäuden mit mehr als zehn Parkplätzen, die neu gebaut und oder umfangreichen Renovierungen unterzogen werden, muss bis 2030 mindestens eine Ladestation gebaut und für jeden fünften Parkplatz ein Kabelrohr für die spätere Installation einer Ladestation verlegt sein. Für Wohngebäude gelten keine verbindlichen Vorgaben für Ladestationen. Bei der Renovierungsstrategie gehe es aber auch darum, Ladestationen für E-Autos zu bauen, betonte Timmermans.

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Artikel Redaktion EID
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